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11.06.17 20:43 Alter: 41 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Finalwahnsinn mit Fortsetzung

Hannovers letztes Aufgebot erzwingt viertes Spiel


Die Waspo98-Ersatzbank war in den letzten vier Minuten leergefegt. Foto: Verein

Der Finalwahnsinn der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) geht am Mittwochabend im Volksbad Limmer weiter: Einen Tag nach dem 12:11-Erfolg per Fünfmeterwerfen verlor Titelverteidiger Wasserfreunde Spandau 04 in einer der spektakulärsten Finalpartien seit Jahren das dritte Endspiel der „best of five“-Serie nach langer Führung noch mit 12:14 (3:1, 4:4, 3:4, 2:5) gegen Pokalgewinner Waspo 98 Hannover und verpasste damit den greifbaren nahen dritten Spielgewinn und den vorzeitigen Meisterschaftsgewinn.

Es war ein Duell für die Geschichtsbücher: Spandau führte nahezu über die gesamte Spielzeit, und Hannovers Bank war am Ende leer. In einer Partie mit rekordverdächtigen 38 Persönlichen Fehlern hatte der Titelverteidiger im dritten Abschnitt bereits mit 10:7 (21.) und zu Beginn des Schussviertels noch einmal mit 11:9 geführt. Auch der Spielverlauf war aus Berliner Sicht lange Zeit mehr als günstig: Die Gäste lagen im Auftaktabschnitt schnell mit 0:3 und 1:4 zurück und konnten im weiteren Spielverlauf einzig beim 4:4 (13.) und 11:11 (26.) den Ausgleich erzielen.

Die Schiedsrichter räumten zudem auf beiden Seiten fleißig das Wasser leer: Hannovers Pere Estrany und Jorn Winkelhorst kassierten sogar einen Wasserverweis mit Ersatz mit einer automatischen Sperre für die nachfolgende Partie. Drei Persönliche Fehler erwischten zudem mit DWL-Torschützenkönig Aleksandar Radovic (Hannover) sowie Nikola Dedovic und Lukas Gielen (Spandau) weitere zentrale Spieler beider Teams.

Nachdem sich in 28. Minute bei den Gästen mit Center Corusic bereits der sechste Spieler vorzeitig verabschiedet hatte, bestritt der Pokalsieger die letzten drei Minuten in der nicht alltäglichen Besetzung Roger Kong, Erik Bukowski, Darko Brguljan, Predrag Jokic, Ilja Immermann, Marek Tkac und Vincent Winkler und machten aus einem 11:12-Rückstand noch eine 14:12-Führung. Predrag Jokic traf in Überzahl zum 12:12-Ausgleich (29.), und Hannvers fünfmaliger Torschütze Darko Brguljan erzielte zu Beginn der 31. Minute mit dem 13:12 die erste Führung der Gäste an diesem Tag.

Die Gäste erlebten damit eine regelrechte Wiederaufstehung: „Wir sind in der Breite gut aufgestellt und haben Spandau als Team bezwungen“, sagte Hannovers Trainer Karste Seehafer, dessen Mannschaft am Wochenende zuvor zum Auftakt der Finalserie noch klar mit 5:11 gegen den Rekordmeister verloren hatte. „Wir haben die Partie selber aus der Hand gegeben und uns dumm angestellt. Klar ist: Das müssen wir am Mittwoch besser machen“, haderte Spandaus Manager Peter Röhle, dessen Team den ersten von drei „Matchbällen“ zum Titelgewinn liegengelassen hat.

Die „best of five“-Serie geht am Mittwochabend in Hannover mit dem vierten Spiel weiter (19:30 Uhr, Volksbad Limmer), wobei die Gäste in der Gesamtwertung mit 2:1 in Front liegen. Spandau hat seit 1979 gleich 35 der 38 deutschen Meisterschaften gewonnen. Der in diesem Jahr im nationalen Pokalwettbewerb erfolgreiche Herausforderer aus Hannover holte sich 1993 einmal den Titel und sorgte damit für eine der lediglich drei Unterbrechungen der imponierenden Berliner Erfolgsserie.

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Deutsche Wasserball-Liga 2016/2017

Finale („best of five“)

Sonnabend, den 3. Juni 2017 (Spiel 1)
16:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 5:11 (0:2, 2:2, 2:5, 1:2) – Stand der Serie 0:1

Sonnabend, den 10. Juni 2017 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 12:11 (3:4, 2:1, 2:1, 1:2/4:3) – Stand der Serie 2:0

Sonntag, den 11. Juni 2017 (Spiel 3)
14:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 12:14 (3:1, 4:4, 3:4, 2:5) – Stand der Serie 2:1

Mittwoch, den 14. Juni 2017 (Spiel 4)
19:30 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Volksbad Limmer – Tiz/R. Müller)

Sonnabend, den 17. Juni 2017 (Spiel 5 – bei Bedarf)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle – Homolka/Arntzen)

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Deutsche Wasserball-Liga)


 
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